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18.03.2018, 22:24 Uhr

Ehrenamtlicher Einsatz für Gelbbauchunken in Seligenthal

Trotz suboptimal-frostiger Witterung fand sich ein 3-Menschen-Team ein, um die Unken-Tümpel für die kommende Laichsaison vorzubereiten.

Ehrenamtlicher Einsatz für die Unken, kurz über der Frostgrenze
© Heike Kappes
Was musste gemacht werden? Wie jedes Jahr die Tümpel so herzurichten, dass es den Gelbbauchunken genehm ist, also etwas vertiefen, falls sie zugeschwemmt wurden, von Vegetation freistellen, wenn zu sehr zugewachsen. Denn zuviel Grünzeug finden Grün- und Braunfrösche gut (Teichfrösche, Grasfrösche), aber nicht die Unken. Deren Tarn-Strategie basiert auf ihrer lehmfarbenen Oberseite, die am besten auf Lehmboden funktioniert. Mit Spaten und Hacke waren diese Arbeiten auch zu dritt in gut zwei Stunden getan, denn soo viele Tümpel sind es auch wieder nicht, und im letzten Jahr ist ja auch schon einiges getan worden. Dennoch: es muss was getan werden, alle Jahre wieder.

Unken-Laich-Tümpel-vorher
© Heike Kappes
Warum muss eigentlich was getan werden? Weil auch dieser Unken-Lebensraum nur ein Ersatz-Lebensraum (unter Fachleuten: Sekundär-Lebensraum) ist, von Menschen gemacht, bzw. gegraben (darum Grube, Seligenthal). Den ursprünglichen Lebensraum, Bachauen, von Überschwemmungen, Bibern und Auerochsen-Herden geprägt, gibt es längst nicht mehr.  Aber auch die Ersatz-Lebensräume sind nicht mehr das was sie mal waren. Eine bewirtschaftete Grube wird von schweren Fahrzeugen befahren, da ist es matschig-lehmig, man könnte sagen: sieht aus wie eine Mondlandschaft, die Unke würde sagen: wunderbar, wie nach einem Hochwasser, frische Pfützen, schön besonnt und warm, keine anderen Konkurrenten (Frösche, Kröten) oder Fressfeinde für den Nachwuchs (Molche, Libellenlarven, Gelbrandkäfer). Sobald die Bewirtschaftung eingestellt wird, sieht das ganz anders aus: es wächst sehr schnell alles zu, keine Sonne mehr auf Tümpel, die Tümpel sind auch nicht mehr auf 8 gedreht, die Unerwünschten (aus Unken-Sicht: Molche, Frösche, Libellen) haben sich einnisten können, deshalb: nicht gut für Unken. Weil aber die Unken, ursprünglich eine Charakter-Art des Bergischen Landes, inzwischen fast komplett verschwunden sind, gilt es sie zu unterstützen, von wegen dem Artenschwund entgegen wirken, die Unerwünschten sind zwar auch nicht auf einem Höhenflug, ihnen geht es aber soweit o.k., sodass sie punktuell zugunsten der in Notlage befindlichen Unken zurück stecken können.

...und nachher
© Heike Kappes
Wie gehts weiter? Der Anfang ist gemacht, wir machen noch einen zweiten Termin, je nach Witterung, wahrscheinlich so April, wird hier auf dieser Website bekannt gegeben. Oder Sie/Du sind/bist schon in unserem Unken-Verteiler. Dann werden wir den Status-quo checken und gegebenenfalls nach-optimieren, und dann sind evtl. auch schon die ersten Unken vor Ort. Vielleicht schon mit dem ersten Laich.